...und wo er den Boden berührt,
ist ein Schatz vergraben...

06.07.2012 23:30 von Roland Beck

Er hat etwas Romantisches, Mystisches, Positives und bietet Stoff für viele Märchen und Geschichten: der Regenbogen. Oft zeigt er sich nur spärlich angedeutet am Himmel. Heute aber entfaltete ein Prachtexemplar gegen 20:30 Uhr sein volles Spektrum inklusive Nebenregenbogen direkt neben der Burg Hohenzollern. Zahlreiche Burggäste, die zum abendlichen Open Air-Kino gekommen waren, wurden Zeugen des außergewöhnlichen Naturphänomens.

Zur Entstehung eines Regenbogen braucht es zwei Zutaten: Sonne und Regen. Wenn die Lichtstrahlen der Sonne auf die Regentropfen treffen, wird das Licht von den Tropfen gebrochen und in seine Spektralfarben Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Violett zerlegt. Jede Farbe hat ihre eigene Wellenlänge und wird so auch entsprechend in einem eigenen Winkel reflektiert. Da Rot die Farbe mit der größten Wellenlänge ist (700-630 nm), wird es in einen niedrigeren Winkel gebrochen und nimmt somit im Regenbogen den obersten Platz ein. Violett ist die kurzwelligste Farbe (450-400 nm), wird stärker abgewinkelt und bekommt den untersten Platz im Regenbogen. Die Bogenform des Regenbogens kommt dabei deshalb zustande, weil die Einfallswinkel der Lichtstrahlen auf Grund der kugelförmigen Tropfen zwischen 0 und 180° liegen.
Übrigens kann ein Regenbogen nur dann sichtbar werden, wenn die Sonne unter einem Winkel von 42° zur Erde steht. Steht die Sonne höher, liegen die Farb-Reflektionen unter dem Horizont, also zu tief, als dass sie gesehen werden könnten. Deshalb kann im Sommer in der Mittagszeit, wenn die Sonne bis auf 60° steigt, nie ein Regenbogen sichtbar werden – nur in den Morgen- oder Abendstunden. In den Wintermonaten steigt die Sonne dagegen nie höher als 42°, so dass den ganzen Tag über ein Regenbogen entstehen kann.

Nach der irischen Mythologie kann ein Regenbogen auch als Schatzkarte gedeutet werden. Denn am Ende des Regenbogens, also da, wo er der den Boden berührt, soll ein Schatz vergraben sein. In der Regel wird dabei von einem Topf voll Gold berichtet, der einem Leprechaun gehört, also einem irischen Kobold. Stellt sich jetzt nur noch die Frage, ob das nur bei irischen Regenbögen der Fall ist oder ob auch im Wald unterhalb der Burg Hohenzollern ein Goldschatz versteckt liegt.
                                                                                                                                                                       Foto: Roland Beck