Startschuss für Sanierung -
Treppenturm wird abgebaut

von Roland Beck

Hausherr Georg Friedrich Prinz von Preußen erläuterte persönlich die Thematik der anstehenden Sanierungsmaßnahmen.

Vor 150 Jahren wurde die dritte Burg auf dem Zollerberg eingeweiht. Seit eineinhalb Jahrhunderten nagen nun der Zahn der Zeit, Wind, Wetter und Erdbeben an dem historischen Gebäude. So bleibt es nicht aus, dass neben den laufenden kleineren und mittelgroßen Renovierungsmaßnahmen nun in den kommenden Jahren auch Reparaturarbeiten der ganz großen Kategorie anstehen. Vor allem die Außenmauer der nördlichen Bastei sowie die Auffahrtsanlage und der dort integrierte Treppenturm im oberen Lichthof liegen im Fokus. Die Risse in den Sandsteinmauern werden größer und bedürfen einer grundlegenden Sanierung. Intensive und langzeitige Untersuchungen durch den Bauhistoriker und Denkmalpfleger Dr.-Ing. Christian Kayser (Ingenieurbüro Barthel und Maus, München) haben ergeben, dass die Größenordnung der anstehenden Maßnahmen im zweistelligen Millionenbereich in einem Zeitraum von rund zehn Jahren liegen dürften. Einen Teil der Kosten finanziert die Burg Hohenzollern selbst, ein Teil wird durch Fördergelder des Landes und des Bundes sowie von Denkmalstiftungen übernommen.

tl_files/bhz_design/img/Aktuelles/aktuelles_Treppenturm_SKH_Schnell.jpgAm Mittwoch, 8. November 2017, fiel im Beisien der Presse der Startschuss der Renovierungsmaßnahmen. Zusammen mit Steinmetz Eduard Schnell (kleines Bild rechts) erläuterte Hausherr Georg Friedrich Prinz von Preußen persönlich den Pressevertretern die Thematik und Vorgehensweise der anstehenden Renovierungen: Der Treppenturm im oberen Lichthof wird durch den Balinger Steinrestaurator Frank Eger und die Fridinger Steinmetz-und Steinbildhauerwerkstatt Eduard Schnell komplett demontiert, da die Steinelemente starke Schäden aufweisen, die hauptsächlich durch Streusalze verursacht wurden. Die einzelnen Elemente werden je nach Zustand kategorisiert, um festzustellen, welche später beim Wiederaufbau verwendet werden können, beziehungsweise welche restauriert oder ersetzt werden müssen. Die Steinelemente werden in erster Linie entsalzt. Hierzu hat die Burg eigens ein Vollentsalzungsgerät angeschafft, welches in Sigmaringen auf dem Gelände des Fürsten von Hohenzollern installiert wird. Die Steine werden durch ein Ionisierungsverfahren entsalzt, indem sie in eine Wasserlösung eingelegt werden, die das Salz entzieht. Diese Arbeiten, die voraussichtlich über ein Jahr andauern, werden ebenfalls durch Frank Eger und Eduard Schnell durchgeführt und überwacht. Die entsalzten und renovierten Steinelemente werden anschließend bis zu ihrer Wiederverwendung auf Palletten in Sigmaringen eingelagert. Für den Wiederaufbau des Treppenturmes gibt es derzeit noch keinen Termin, da dieser abhängig ist von den weiteren Restaurierungsmaßnahmen der Auffahrtsanlage. Fest steht, dass der Treppenturm erst wieder aufgebaut werden kann, wenn die Renovierung der Auffahrtsanlage fertiggestellt ist, die 10-15 Jahre in Anspruch nehmen dürfte. Um den Treppenturm im originalen Zustand wieder aufbauen zu können, haben die Experten im Vorfeld eine fotogrammetrische Aufnahme erstellt, also eine entzerrte Aufnahme der Treppenoberfläche. Außerdem stehen die originalen, historischen Baupläne zur Verfügung.

tl_files/bhz_design/img/Aktuelles/aktuelles_Treppenturm_1.jpgDer Treppenturm im oberen Lichthof der Burg Hohenzollern im Sommer 2017: So wird er voraussichtlich erst in 10-15 Jahren wieder besichtigt werden können, wenn er nach nach Vollendnung der Sanierung der Auffahrtsanlage wieder aufgebaut wird. Das romantisch-märchenhafte Bauwerk - von vielen Besuchern auch als "Dornröschen-Treppe" bezeichnet - wird derzeit komplett demontiert, um die Schäden fachgerecht reparieren zu können.

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