Ausstellung im Torturm:
Das Haus Hohenzollern und das Heilige Land

2. September 2018 - 13. Januar 2019

Temporäre Sonderausstellung im Torturm der Burg Hohenzollern zur Reise des deutschen Kaiserpaares in das Heilige Land im Jahre 1898. Die Ausstellung ist täglich von 11.00 - 16.00 Uhr zugänglich. Der Eintritt zur Ausstellung ist im Burgeintritt bereits enthalten.

Zum 120. Jubiläum der Kaiserreise wurde die Ausstellung konzipiert. Sie widmet sich dem Engagement des Hauses Preußen im Heiligen Land. Es werden Originalgegenstände aus Jerusalem, Bethlehem sowie Gegenstände aus Privatsammlungen gezeigt. Darunter befinden sich erstmals Exponate aus den privaten Beständen des Hauses Hohenzollern.
Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts lag Palästina als eine Provinz des weit gespannten Osmanischen Reiches am Rande des Interessengebietes der europäischen Mächte. Nur die traditionellen Schutzmächte der lateinischen und der orthodoxen Christenheit, wie Frankreich und Russland, waren im Land präsent. Durch das Engagement des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. begannen im Lande die Zeiten der Reformen. Er konnte die englische Königin Victoria überzeugen, in Jerusalem 1841 ein gemeinsames englisch-preußisches Bistum zu errichten. Der preußische König gründete ein Hospital, das Preußische Hospiz (später das Hospiz des Johanniterordens), eine wissenschaftliche Bibliothek, die erste Mädchenschule im Lande und er stiftete Gelder für den Bau der ersten protestantischen Kirche in Jerusalem.
Das Engagement des Hauses Hohenzollern endete nicht mit der Stiftung dieser Institutionen. Im Jahr 1869 bekam der Kronprinz Friedrich Wilhelm das Grundstück des „Muristans“ (das Areal des Krankenhauses des Johanniterordens zur Zeit der Kreuzfahrer) mitten in der Jerusalemer Altstadt vom Sultan als Geschenk. 30 Jahre lang wurden Gelder gesammelt, um dort eine deutsche evangelische Kirche zu bauen. Der Wunsch von Friedrich Wilhelm IV.  wurde mit der Reise des Kaiserpaares ins Heilige Land und der Einweihung der Erlöserkirche am 31. Oktober 1898 erfüllt.

Dr. Jakob Eisler
Kurator